DECOLONYCITIES DAR ES SALAAM-HAMBURG 2019
Oktober 2019

Wie kann das verdrängte Wissen um die deutsche Kolonialvergangenheit neu erinnert werden? Und welche besondere Rolle spielt die Stadt Hamburg in dieser Geschichte, ihr Wohlstand, ihre Kaufleute und Politiker?

Nach URBAN BODIES (im Rahmen von Theater der Welt 2017 und zuletzt bei JULIDANS 2019) führt die Hamburger Choreografin Yolanda Gutiérrez als eine der #1000TATEN ZUR ERINNERUNGSKULTUR ihre körperlich-architektonische Recherche in der HafenCity fort, dort, wo noch immer Straßen nach »Eroberern« der »Neuen Welt« benannt sind. Denn hier wird die bis heute wirksame Bedeutung des Kolonialhandels für die Hansestadt besonders sichtbar.

Eine Gruppe Performer*innen aus Daressalaam und Hamburg beschäftigt in einer künstlerischen Vor-Ort-Recherche mit der im öffentlichen Raum verankerten kolonialen Vergangenheit. Bei dem entstehenden performativen Spaziergang werden die Zuschauer*innen Zeug*innen dieser Verwebung individueller Erfahrungen und Biografien mit der deutsch-tansanischen Geschichte: Über Kopfhörer empfangen sie gleichzeitig ein Hörstück, das die Interventionen der fünf Darsteller*innen im Raum verortet. Die Gruppe setzt so den in Stein gemeißelten Zeugnissen von Unterdrückung eine eigene, körperlich-choreografische Perspektive entgegen.

Hier treffen Tänzer aus Dar es Salaam und Hamburg und begeben sich auf eine eigene Geschichtserzählung und Auseinandersetzung mit der Stadt. Erfahren sie mit uns diese ungewöhnliche, neue und kritische- und künstlerische dekolonisierende Sicht auf die Stadt.

[Konzept/Choreografie] Yolanda Gutiérrez
[Assistenz] Marian Beaujon-Zumbrägel
[Produktionsleitung] Julia Klinkert
[Audio Künstler] Igor Sheba
[Erzähler Stimme] Elaine Thomas
[Mit] Isack Peter Abeneko, Shabani Mugado, Halima Abdallah, Thadi Alawi, Moussa Issiaka

Eine production von yolanda gutiérrez & projects und Kampnagel


               

 

Political Bodies / Yolanda Gutiérrez & Jens Dietrich

Political Body hat im Englischen eine doppelte Bedeutung. Als feststehender Begriff bezieht sich der Ausdruck auf eine politische Institution. Und wortwörtlich genommen geht es um das Politische des Körpers. Mit dem Projekt Political Bodies beabsichtigten wir die Bandbreite zwischen den beiden Lesarten sichtbar zu machen: Welche politische Rolle übernimmt der Körper in der Kunst, und wie wird aus einer künstlerischen Bewegung eine politische.

Die ersten Ideen für die Tanzperformance Political Bodies entstanden, als Yolanda Gutiérrez 2012 eine Künstlerresidenz an der Ecole des Sables in Toubab Dialaw machte und mit Tänzern aus der Hip-Hop-Szene Dakars in Kontakt kam.

Aufführung Kampnagel, Hamburg
Jennifer Beck, spex

Erschienen im März 2016
ISBN 978-3-938218-80-8

Herausgegeben von Yolanda Gutiérrez & Jens Dietrich

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