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BISMARCK-DEKOLONIAL LIVE=FORUM
August 13 bis 15. Internationales Sommerfestival Kampnagel
Mit Videomappings und Performances setzen sich acht Künstler*innen aus fünf ehemaligen deutschen Kolonien kritisch mit der Bismarck-Statue und dem Umgang Deutschlands mit seiner eigenen Kolonialgeschichte auseinander.

Otto von Bismarck ist einer der Schlüsselfiguren im Kontext der Kolonialiserung Afrikas im 19. Jahrhundert. Auf Einladung von Bismarck trafen sich europäische Mächte, das Osmanische Reich und die USA bei der sogenannten Kongo Konferenz (1884-1885), die weitreichende Folgen für den afrikanischen Kontinent mit sich brachte. Bis heute erhebt sich in Hamburg über den alten Elbpark eine monumentale Bismarckstatue (1901-1906). Für rund neun Millionen Euro restauriert die Stadt Hamburg von 2020 bis 2022 dieses Monument. Dieser Beschluss war umstritten: Welches Zeichen wird mit der Sanierung des Denkmals in Hamburg gesetzt? Unser Umgang mit der kolonialen Vergangheit tritt immer mehr in den Fokus der Öffentlichkeit sowohl im städtischen Raum wie auch in Institutionen, aktuell im Diskurs um den Besitz der Benin-Statuen des Humboldt-Forums in Berlin. Wie können und wollen wir mit Zeichen der Kolonialgeschichte im urbanen Raum umgehen? Wie blicken die ehemals Kolonalisierten auf diese Repräsentationen europäischer Geschichte? Wie kann eine kritische Betrachtung und Aufarbeitung kolonialer Monumente sichtbar werden? Diese Frage reflektiert die mexikanisch-deutsche Choreografin und Kuratorin seit 2017 in verschiedenen künstlerischen Projekten mit internationalen Tänzer*Innen und Performer*Innen, zusammengefasst auf ihrer Platform SHAPE THE FUTURE. Für das Internationale Sommerfestival Kampnagel kuratiert sie einen performativen Rundgang und ein Videomapping rund um das Bismarck-Denkmal. BISMARCK DEKOLONIAL spiegelt einen neuen postkolonialen Blick auf das Denkmal wider - von Künstler*Innen aus Tansania, Ruanda,Namibia, Togo, Kamerun, Mexiko und Deutschland. Ihre eigenen Erfahrungen als subalterne "Subjekte", die in den Diskursen bis heute unfreiwillig marginalisiert werden, treten in einer tänzerischen Intervention am Bismarck-Denkmal als performative Stimme und Körper auf.

Mit BISMARCK DEKOLONIAL wird jetzt ein Perspektivwechsel angeregt und künstlerische Narrative ehemals Kolonisierter rücken ins Zentrum der Auseinandersetzung: Seit April diesen Jahres arbeitet die mexikanisch-deutsche Choreografin und Kuratorin Yolanda Gutiérrez mit dem Musiker und Tänzer „Stone“ aus Kamerun, der bildenden Künstlerin Vitjitua Ndjiharine aus Namibia, dem Musiker, Tänzer und Choreografen Isack Peter Abeneko aus Tansania, dem Tänzer und Choreografen Moussa Issiaka aus Togo, dem ruandischen Illustrator Dolph Banza und dem mexikanischen Multimedia Künstler Fabian Villasana aka Calavera in Form eines Labs an kollektiven, dekolonisierenden künstlerischen Gegenstimmen. Diese wurden im August in Form von Videomappings auf der Statue selbst und live als Interventionen und Performances rund um ihren Sockel zur Aufführung gebracht.

Kuration/Produktion: Yolanda Gutiérrez
Management: Lucia Lilen Heffner
Dramaturgie: Judith Mauch
Assistenz: Valerie Witt
Kostüme: Yupanqui Ramos
Audio/Foto- & Videodokumentation: Igor Sherba
Grafik Design/Videomapping: Dr. Calavera
Animation: Dolph Banza
Assistenz Videomapping: Stephanie Fenner
Website: Uli Mathes +
Video & Track #1: Isack Peter Abeneko
Künstler*innen performing: Vitjitua Ndjiharine, Stone, Moussa Issiaka, Sarah Lasaki, Faizel Browny, Samwel Japhet und Shabani Mugado.
Helping Hands: Joshua Raudies, Pearl Merfort, Paul Osemann, Celina Sals

Gefördert vom Fonds Darstellende Künste aus Mitteln der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien und der Behörde für Kultur und Medien Hamburg; sowie im Rahmen des Hamburger Kultursommers.

 

 

Political Bodies / Yolanda Gutiérrez & Jens Dietrich

Political Body hat im Englischen eine doppelte Bedeutung. Als feststehender Begriff bezieht sich der Ausdruck auf eine politische Institution. Und wortwörtlich genommen geht es um das Politische des Körpers. Mit dem Projekt Political Bodies beabsichtigten wir die Bandbreite zwischen den beiden Lesarten sichtbar zu machen: Welche politische Rolle übernimmt der Körper in der Kunst, und wie wird aus einer künstlerischen Bewegung eine politische.

Die ersten Ideen für die Tanzperformance Political Bodies entstanden, als Yolanda Gutiérrez 2012 eine Künstlerresidenz an der Ecole des Sables in Toubab Dialaw machte und mit Tänzern aus der Hip-Hop-Szene Dakars in Kontakt kam.

Aufführung Kampnagel, Hamburg
Jennifer Beck, spex

Erschienen im März 2016
ISBN 978-3-938218-80-8

Herausgegeben von Yolanda Gutiérrez & Jens Dietrich

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