Foto: aus der Videoaufnahme

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my dance room 2008
Tanzperformance und Videoinstallation – November 2008
Galerie Kunst-nah, Hamburg

Wie und wo entsteht der Raum für den Tanz? Was bewegt die Menschen zum tanzen? Welche Erinnerungen werden wach gerufen? Menschen mit Migrationshintergrund entdecken den Tanz bei sich zu Hause. Sie tanzen für „my dance room“ im Wohnzimmer, in der Küche, im Keller oder im Garten. Aus den verschiedensten Stadtteilen in Hamburg wurden Kinder, Jugendliche und Erwachsene gefilmt.

Ausschnitt aus ballet-tanz, November 2008, Arnd Wesemann

...Das da einer einfach seine Lieblingsmusik auflegt und tanzt, „gehört hierzulande eher zu den intimen Beschäftigungen“, sagt Yolanda Gutiérrez. Darum besuchte sie 25 derart integrierte Jugendliche mit ihrer Videokamera zu Hause. Und hoffte, dass nicht lauter Selbstdarsteller mit You Tube Allüren einen Platz an der Datensonne suchen. Sondern, dass sie einfach selber sind. „Tanzen geht bei Menschen mit Migrationshintergrund viel einfacher“, sagt die Choreografin. Das habe sie tausendmal beobachtet. Die deutsche Leitkultur kennt zwar Partys, aber „da essen sie und reden und trinken. Nur tanzen das machen sie nicht.“ --ballet-tanz, November 2008, Arnd Wesemann 2008

Tanzperformance

Aus der Videoinstallation folgt die Einladung für den Tanz, diesmal live! Sechs begnadete Laien Tänzern zeigen ihr Können und entdecken neue Räume für den Tanz. Sie entwickeln zusammen mit der Choreographin Yolanda Gutiérrez ein Tanzstück mit den verschiedensten Elementen: Hula-Boop, Kung-Fu, Regaeton, ein selbst gebasteltes Instrument, Äpfel und zeitgenössische Musik. Sie zeigen ihren „Raum“ und der Ort wo sie sich gerne aufhalten. Er ist surreal und trotzdem ganz nah bei sich. Es ist ein fiktiver Raum, ein von ihnen gewünschter Ort voller Möglichkeiten.

„Das Stück scheint ein einziger Raum zu sein indem sich verschiedene Formen des Lebens tanzend getroffen haben. Daraus resultiert ein Labyrinth von Hulas durch die wir alle hindurch gegangen sind, ohne uns dabei Gedanken zu machen.“ - Javier „Wer nicht tanzt, kennt den Sinn des Lebens nicht.“ - Ollin „Ich habe keinen Migrationshintergrund, aber ich bin ein Mensch mit Migrationsvordergrund.“ - Gonzalo “Tanze jede Minute die du kannst, sonst sind es verlorene Minuten.” - Ignacio „Regeln befolgen und funktionieren müssen wir in dieser Gesellschaft, sich selbst aber dennoch zeigen können, sich Raum nehmen und sich finden - das zeigen wir hier.“ - Nicole

[Konzept, Choreografie, Video] Yolanda Gutiérrez
[Mit] Branka Bilogrevic (Körpertherapeutin/Dip. Pädagogin), Gonzalo Barahona (Maler/Trickfilmer), Ignacio Mendez (Musiker), Javier Hinestroza Schauspieler), Katja Engbrecht (in der Tanzausbildung), Ollin Eguren (Hula-Hoop Trainerin) .
[Assistenz/Koordination] Nicole Schröder
[Musik] Moxi Beidenegl und Donghee Nam
[Lichtdesign] Michael Schmiedel
[Design/layout] Michael Raudies

Eine Produktion von ugozana und yolanda gutiérrez & projects

 

Political Bodies / Yolanda Gutiérrez & Jens Dietrich

Political Body hat im Englischen eine doppelte Bedeutung. Als feststehender Begriff bezieht sich der Ausdruck auf eine politische Institution. Und wortwörtlich genommen geht es um das Politische des Körpers. Mit dem Projekt Political Bodies beabsichtigten wir die Bandbreite zwischen den beiden Lesarten sichtbar zu machen: Welche politische Rolle übernimmt der Körper in der Kunst, und wie wird aus einer künstlerischen Bewegung eine politische.

Die ersten Ideen für die Tanzperformance Political Bodies entstanden, als Yolanda Gutiérrez 2012 eine Künstlerresidenz an der Ecole des Sables in Toubab Dialaw machte und mit Tänzern aus der Hip-Hop-Szene Dakars in Kontakt kam.

Aufführung Kampnagel, Hamburg
Jennifer Beck, spex

Erschienen im März 2016
ISBN 978-3-938218-80-8

Herausgegeben von Yolanda Gutiérrez & Jens Dietrich

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